Ursula Nuber: Paarberatung auf dem Prüfstand

Eine bundesweite Untersuchung hat ergeben, dass Paare nach der Beratung mit ihrer Beziehung insgesamt zufriedener waren: Sie konnten sich besser über ihre Gefühle austauschen, besser miteinander reden, und auch die gemeinsame Freizeitgestaltung klappte besser. Ihre gesamte Stimmungslage war weniger depressiv, und sie klagten weniger über körperliche Beschwerden als zum Zeitpunkt vor der Beratung.

Sechs Monate nach Beratungsende hielten bei den untersuchten Paaren die positiven Effekte an.

Auch in einer breit angelegten Untersuchung an den katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen in Nordrhein-Westfalen bestätigten zwei Drittel der 3500 Klienten, die sich an der Befragung beteiligten, dass sie ihre Paarbeziehung ein halbes Jahr nach Ende der Beratung als befriedigender und stabiler erlebten.

Obwohl sich Ehe-, Familien- und Lebensberatung auf die Bearbeitung von Partnerkonflikten konzentriert und Heilung nicht intendiert, hat sie eine beachtliche heilende (Neben-)Wirkung.

So zeigten in der erwähnten Studie 55 Prozent der Ratsuchenden eine klinisch signifikante Verbesserung im Bereich depressiver Verstimmungen, und rund 37 Prozent der Ratsuchenden litten deutlich weniger unter körperlichen Beschwerden. Es ergeben sich offensichtlich in der Beratung Effekte, wie sie im Bereich der Psychotherapie erzielt werden.

Paarberatung führt also mittelfristig zu einer stabilen, positiven Veränderung.

Weitere Themen:

Der Nutzen von Coaching
Gestresste Paare sind gefährdet
Die Verliebtheitsfalle
Psychische Erkrankungen nehmen zu
Wirksamkeit der systemischen Therapie
Anerkennung der Systemischen Therapie